Freitag, 19. Dezember 2014

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Schriesheim: Schwere Unfälle sind die Ausnahme.

Klettern auf eigenes Risiko!

Sportkletterer im Klettersteig. Am Stahlseil ist eine Sicherung möglich.

 

Schriesheim, 13. April. 2012. (red/cr) Klettern ist ein beliebter Trendsport. Dass die Felskletterei nicht ohne Risiko ist, zeigt der Kletterunfall vom 25. M√§rz 2012. Beim Zustieg zum Klettergebiet √ľber einen Klettersteig l√∂ste sich ein Stein unter einer 27j√§hrigen Hessin. Beim Sturz wurde sie schwer verletzt. ¬†¬†¬†

Von Christian Ruser

Kaum ist der Schnee geschmolzen und die Temperaturen nicht mehr eisig kalt, kommen begeisterte Sportkletterer nach Schriesheim. Der Steinbruch Schriesheim ist mit seinen vier Ebenen das größte Klettergebiet im Rhein-Neckar-Raum. Durch seine fantastische Aussicht und die zahlreichen gut abgesicherten Routen ist es bei den Sportkletterern sehr beliebt.

Bohrhaken f√ľr Sicherheit in den Routen

Seit 1999 hat die AG Klettern einen Nutzungsvertrag mit der Stadt Schriesheim geschlossen. Seitdem k√ľmmern sich die ehrenamtlichen Mitglieder um die Instandhaltung der Routen. Die meisten Routen sind exzellent abgesichert. Viele Bohrhaken erm√∂glichen die Zwischensicherung und die Umlenker sind sorgf√§ltig angebracht.

Die AG Klettern m√∂chte einen hohen Sicherheitsstandard erf√ľllen. So werden die Haken nur von geschulten Personen angebracht. √úber das Jahr verteilt werden die Sicherungen sukzessive kontrolliert. Trotz der guten Kontrolle birgt das Felsklettern aber immer unkalkulierbare Risiken.

Der Fels arbeitet

Christian Kohl, 1. Vorsitzender der AG Klettern Odenwald, erklärt, dass auch eine von außen intakte Stelle im innenliegenden Bereich Höhlungen aufweisen kann. Durch Eisbildung im Winter, kommt es auch immer wieder zum Abbrechen von Steinen.

Da Kletterfelsen keine standardisieren Sportger√§te sind, gibt es keine einheitlichen Sicherheitspr√ľfverfahren. ¬†Deshalb liegen Absicherung¬† und Risiko beim Outdoor-Klettern ausschlie√ülich beim Sportkletterer. Kletter- und Materialfehler sind nicht kalkulierbar und nur durch Vorsicht sind Gefahren zu minimieren.

Eine gesetzliche Richtlinie gilt f√ľr kostenfreie Klettergebiete nicht. Da Verkehrssicherungspflichten auf Einzelfallrechtsprechung beruht. ¬†Auch wird durch das Anbringen von Bohrhaken im Fels keine zus√§tzliche Gefahrenquelle geschaffen. Wann und wo ein Stein aus dem Fels bricht ist keine absehbare Gefahrenquelle.

Es empfiehlt sich im Klettergebiet Schriesheim einige Sicherheitsmaßnamen zu ergreifen.  Gegen den Steinschlag ist das Tragen eines Kletterhelms zu empfehlen. Auch sollten die Sicherungsmöglichkeiten im Fels genutzt werden. Oft können so schwere Unfälle vermieden werden.

Hier st√ľrzte die 27j√§hrige Sportlerin in die Tiefe.

 

Im Fall der abgest√ľrzten Kletterin am 25. M√§rz 2012 scheinen die Sicherungsma√ünahmen nur ungen√ľgend gewesen zu sein. Im Klettersteig im Choucou-Sektor, ein mit einem Stahlseil gesicherter Weg, l√∂ste sich ein Stein. Die 27j√§hrige Frau aus Hessen verlor den Halt und st√ľrzte etwa sechs Meter in die Tiefe. Beim Aufprall erlitt sie schwere Verletzungen an den Armen und im Brustbereich. Als die Rettungskr√§fte eintrafen, bestand keine Lebensgefahr.

Der Klettersteig stellt eigentlich f√ľr Kletterer keine Herausforderung dar. Trotzdem k√∂nnen durch eine Sicherung am Stahlseil solche St√ľrze vermieden werden. Viele Sportler verzichten jedoch auf die zeitaufwendige Sicherheitsma√ünahme¬† – eine Nachl√§ssigkeit, die schwerwiegende Folgen haben kann.

Das ist zu beachten!

Vor dem Klettern am Fels sollte man sich √ľber die Kletterordnung des jeweiligen Gebiets informieren. Da sich das Klettergebiet Schriesheim in einem Naturschutzgebiet befindet, sollte nur im Kletterkorridor geklettert und die ausgewiesenen Zustiege genutzt werden.

Im Falle eines Unfalls √ľbernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel die Transport- und Krankenhauskosten.

Im Klettergebiet Schriesheim sind schwere Unf√§lle die Ausnahme. Die Klettersportler achten im Allgemeinen sehr gut auf sichere Ausr√ľstung und sind gut geschult.

F√ľr Notf√§lle hat die AG Klettern einen Hubschrauberlandeplatz angelegt.

 

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√úber Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (47) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gr√ľndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Portr√§ts und Reportagen oder macht investigative St√ľcke.